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Paul Knopf - Knopfgeschichte

Vor dem Knopf war die Fibel, eine verzierte Spange, ähnlich einer Sicherheitsnadel, zum Zusammenheften der Kleider. Die Älteste stammt aus dem 3. Jahrtausend v. Chr..

Knebel „revolutionierten“ die Fibelträgerzeit. Es handelt sich hierbei um die längliche Form eines Knopfes. Aus Knochen, Steinen, Tierzähnen wurde der unmittelbare Knopfvorgänger kreiert, um den man eine Schlaufe legen konnte.

„Blinde Knöpfe“ leiteten in der Jungsteinzeit (2400 bis 1800 v. Chr.) die Knopfära ein. Sie waren anfangs allerdings nur Zierde.

Das Loch zum Knopf erfand man ebenfalls in dieser Zeit. Doch Genaues weiß man nicht ... nur Funde belegen, daß seinerzeit sowohl Knöpfe aus Knochen als auch aus Bernstein getragen und geknöpft wurden.

Einen Bronzeknopf trugen die alten Germanen an ihrem Kittel. Die Phryger (Einwanderer aus Makedonien nach Kleinasien / Anatolien) dagegen zogen sich gestielte Leinwandbällchen durch Schlingen.

Knopf vorm Wams trugen die Männer im Mittelalter.

Messingknöpfe überreichte erstmals Karl der IX. in Frankreich den Musketieren.

Knopfhochburgen im 17./18 Jahrhundert waren Frankreich, England und Italien; so beschäftigte Ludwig der XIV., der seine Staatsrobe mit einhundertundvier Diamantknöpfen besetzen ließ, noch einen eigenen Knopfmacher, den so genannten Bouttonier.

Der Knebelverschluss entwickelte sich gegen Ende des 17. Jahrhunderts zum so genannten „Brandenbourger“, zu einer Posamenterie-Schlaufe, durch die der Knopf gezogen wurde.

Eine Knopfmacherordnung erließ am 19. März 1719 Würtemberg. Zünftige Gürtler und Posamentierer mußten sechs Jahre lernen.

Die Knopfeinfuhr nach Preußen wurde von Friedrich Wilhelm I. per Edikt verboten, um die königlichen Knopfmanufakturen zu schützen: „ Edict, daß keine fremde Knöpffe, sie seyn maßsive oder gesponnene von was Art und Metall sie wollen - bey Straffe der Confiscation, weiter in die Königlichen Lande eingeführet werden sollen.“ - Königsberg, Fried. Wilhelm I. den 4.Maji 1718.

Münz- und Talerknöpfe waren noch im 18. Jahrhundert als Zahlungsmittel allgemein anerkannt. Doch schon ein Jahrhundert später verdrängte die maschinelle Knopfherstellung die Handarbeit fast zur Gänze.

Der Knopfmacher - le maître boutonnier - war in der Zeit des Mittelalters ein angesehener Berufsstand. Seine Arbeitsspektrum übertraf in den Lehr- und Wanderjahren sogar die des Buchbinders, da er mit wesentlich mehr Materialien zu werken gewohnt war.

Der „Knepfmacher von aller Gattung“, soweit er zu Gilden oder Zünften gehörte, durfte im Gegensatz zu dem Posamentierern nur Arbeiten aus der „freien Hand“ machen, d.h. überwiegend gewickelte Seidenknöpfe. Es war örtlich festgelegt, wieviel Gesellen und Helfer und welche Maschinen er einsetzen durfte. Meist wurde ihm maximal eine „Drehmühle“ - eine Art Zwirnmaschine - zum Drehen von dickeren, mehrfädigen oder Effektgarnen zugestanden. Die Posamentierer dagegen durften alles an Maschinen und Geräten verwenden, was zu damaligen Zeiten bekannt war, machten aber auch alle Arbeiten aus der „freien Hand“.

Industrielle Knopfpremiere: Wohl die schärfste und fühlbarste Konkurrenz erwuchs aber den zünftigen Knopfmachern durch die überall entstehenden Knopffabriken mit Beginn der Industrialisierung:

  •    in Basel, die Manufaktur des Passementer Emanuel Roth und des Strumpffabrikant Hans Ulrich Hugo (1689) und die Knopffabrik Schreiber (1718),
  • in Erfurt die Metallwaren- und Knopffabrik von Friedrich Kronbiegel und Comp. (1808) und in Sömmerda die Dreyse & Kronbiegel-Metallwarenfabrik (1816),
  • in Lüdenscheid die Knopffabriken von Linden (Ende 18Jh.), der Gebr. Dicke (1823) und von Tappe & Cosack (1835),
  • in Attendorn die Knopffabrik Kutsch (1828),
  • in Freiburg die Rislersche Knopffabrik (1847),
  • in Löbau die Pianoforte-Fabrik August Förster (1859),
  • in Schmölln die Produktion von Steinnussknöpfen der Brüder Donath (1867); bis zur Jahrhundertwende entstanden allein in Schmölln 29 Knopffabriken,
  • Jogsdorf bei Odrau (Emil Teltschik - 1881), Peterswald im Erzgebirge (Franz Haase - 1884) und viele Weitere folgten.

Der Beruf „ Knopfmacher“ wurde „reichseinheitlich“ erst 1941 mit den entsprechenden Ausbildungsrichtlinien festgeschrieben. Bereits Ende der 50er Jahre wurde er wieder gestrichen, da angeblich kein Bedarf mehr bestand. Seitdem scheiterten etliche Versuche der Knopfindustrie, eine Berufsausbildung auf neuen Grundlagen zu installieren. Es gibt zur Zeit keine geschützte Berufsbezeichnung für diesen interessanten Arbeitsbereich.

Knopf-Trends setzten allerdings nicht nur die Modemacher, sondern im großen Maße auch die Knopfproduzenten selbst, die industrielle Knopfindustrie und natürlich auch die wirtschaftliche Situation und der jeweilige Zeitgeist:

Während der 20er und 30er Jahre wurden Materialien wie Bakelit und Gallalith eingeführt und neue Herstellungsverfahren u.a. für Preßstoff entwickelt. In der Zeit des 2. Weltkrieges wurden Knöpfe sogar aus Kasein und Geweberesten gepreßt.

In der Nachkriegszeit wurden nierenförmige Knöpfe mit dem typischen Pepita-Muster der 50er Jahre produziert; gefolgt von den schwülstigen tortenähnlichen Modellen aus den 60er Jahren. Mitte der 70er Jahre werden mit der ersten Alternativ-Mode auch wieder Kirschkerne und andere Naturmaterialien populär. Die 80er Jahre stehen im Zeichen des Punks und New Waves: Plastik, Kunststoffe und Metall bilden das Material für vielerlei Nonsens-Knöpfe wie Abflußstöpsel, Schnuller, Kronkorken-Knöpfe bis zu Platinen-Knöpfen für High Tech Freaks der 90er.